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Stochs schlüssiges Konzept interessierte die Besucher

„Schauen Sie mich an, mich kann man wählen“, stellte sich Heike Engelhardt vor, die am 13. März für den Wahlkreis 69 ins Rennen geht. Die Pressesprecherin des ZfP Weissenau, dort auch stellvertretende Beauftragte für Chancengleichheit und Mutter zweier erwachsener Töchter, will sich im Landtag unter anderem um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kümmern.

Andreas Stoch gab einen Querschnitt über bildungspolitische Themen und warf der früheren Regierung vor, in den vergangenen Jahren vieles liegen gelassen zu haben, was längst hätte auf den Weg gebracht werden müssen. Die CDU habe die gesellschaftlichen Veränderungen nicht erkannt. Dazu zähle vor allem die Notwendigkeit der frühkindlichen Bildung. In Kinder in einer bereits frühen Phase zu investieren zahle sich aus, bezog er darin auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein.

Der Kultusminister hofft, die Zeit zu bekommen, mittelfristig die Bezahlung von Erziehern und Erzieherinnen sowie der Grundschullehrer zu verbessern und aufzuwerten. Dies nicht zuletzt vor der Herausforderung der Integration. Stoch bedauert die fehlende Debatte über die besondere Rolle der Grundschule, in deren Kernbereich es um Sprach-, Lese- und Schreibförderung gehe. „Wir brauchen eine Aufwertung der Grundschule“, mahnte er. Vergessen werde oft die pädagogische Chance der Ganztagsschule, die von Eltern oft mit Ganztagsbetreuung verwechselt werde. In der Ganztagsschule, die wegen des Zeitaufwandes nicht bei allen Lehrern beliebt sei, würden die Lernphasen über den Tag verteilt, würde am Vormittag Sport eingebaut und in vielen Kommunen Kooperationen mit örtlichen Sportvereinen eingegangen. Beides zahle sich positiv aus. Das Land hat in den Ausbau der Ganztagsschulen in den vergangenen fünf Jahren 170 Millionen Euro investiert. Durch sie würden den Eltern nicht die Kinder weggenommen. Studien hätten bewiesen, dass die familiäre Harmonie dort höher sei, wo die Kinder Ganztagsschulen besuchten.

Stoch will die („extrem wichtige“) Berufsorientierung einführen, um damit jungen Menschen den Weg in die Gesellschaft zu erleichtern. Als einen „ganz wichtigen Faktor in Baden-Württemberg“ bezeichnete er die Beruflichen Schulen, die man versuche, auch in der Fläche zu halten, wofür man (noch) auch kleinere Klassen akzeptiere.

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Herzliches Dankeschön an Andreas Stoch durch Heike Engelhardt und Dieter Stauber

Themen in der sich anschließenden Diskussion waren unter anderem die Einstellung von 6000 Lehrern im vergangenen Jahr, Zustimmung für die Gemeinschaftsschule und die steigende Sitzenbleiber-Quote in Realschulen und Gymnasien, die Stoch zu der Aussage veranlassten, mit der Eltern-Entscheidung für ihre Kinder in der vierten Klasse sei keine Tür zugeschlagen. Das G 8 müsse besser gemacht werden, aber nicht durch eine Rückkehr zu G 9.

Ute Staudenmayer schwärmte von der Arbeit in ihrer Flüchtlingsklasse mit Syrern, Afghanen und Irakern und forderte mehr Lehrer an Grundschulen, Britta Wagner berichtete, dass sich Realschullehrer momentan nicht gut behandelt fühlten. Da die Schüler für ein dreigliedriges Bildungssystem fehlen, gebe es „keinen Weg zurück“, auch wenn die CDU das pädagogische Konzept der Gemeinschaftsschule abschaffen wolle.

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