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SPD-Ortsverein besucht das Munzinger-Archiv

Zu Gast im Munzinger-Archiv war der SPD-Ortsverein in seinem Sommerprogramm. Mit Landtagskandidatin Heike Engelhardt erfuhren die Besucherinnen und Besucher, wie viel Wissen in dem Gebäude in Oberzell lagert. Firmenchef Ernst Munzinger und seine Frau Erni standen den Genossinnen und Genossen mehr als zwei Stunden lang Rede und Antwort.

 Kurzweilig und lebendig gestaltete Ernst Munzinger seine Einführung, die alsbald vom Vortrag in eine lebendige Diskussion mündete. Wie es beispielsweise mit dem Urheberrecht bestellt sei, wollte Landtagskandidatin Heike Engelhardt wissen. Ernst und Erni Munzinger berichteten von positiven wie auch negativen Beispielen.

Vom reinen Zeitungsarchiv hat sich die rund 30 Mitarbeitende zählende Firma Munzinger zu einer Bibliothek weiterentwickelt. Mittlerweile in der dritten Generation geführt, ist sie im Digitalzeitalter angekommen, stellt Datenbanken zur Verfügung und bietet ihren Service international an. Neben dem systematischen Archiv stellt Munzinger Nachschlagewerke zur Verfügung zu enzyklopädischem Wissen, Sprache, Literatur, Musik, Pop und Film. Und Zeitungen. Beispielhaft rief der Firmenchef die Biografie Konrad Adenauers auf. Sie ist verlinkt unter anderem mit einem Artikel „Adenauers saures Bonbon“. aus dem Jahr 1949. Verfasst hatte ihn Erich Dombrowski, einer der Grünungsväter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Ein Klick auf den Beitrag und es öffnet sich die ganze Seite der damaligen Zeitung. „Wir haben das komplette Archiv der FAZ seit 194., hier im Keller in Oberzell“, erklärte Munzinger seinen staunenden Gästen vom SPD-Ortsverein.

Nach wie vor freilich werden bei Munzinger unzählige Zeitungen „ausgeschlachtet“, werden Artikel ausgeschnitten und aufgeklebt, sortiert nach Personen der Zeitgeschichte, nach Ländern oder politischen Ereignissen. Eine Redaktion aktualisiert laufend die Eintragungen und beliefert die Kunden wöchentlich mit Aussendungen. Fast ausschließlich Abonnenten bedienen sich bei Munzinger, Einzelanfragen fallen mit etwa einem Prozent kaum ins Gewicht.

Gegenüber kostenloser Konkurrenz aus dem Internet kann sich die Firma nach wie vor behaupten. Ernst Munzinger setzt auf Qualität. Und auf Korrektheit. Seine Firma versteht sich nach wie vor als Hilfsunternehmen der Presse und verfolgt journalistische Grundsätze. Dazu gehört, die Wahrheit zu schreiben und gleichzeitig Persönlichkeitsrechte zu wahren. Und in Einzelfällen die richtige Entscheidung zu treffen. Dass Ernst Munzinger mit Humor und Feingefühl vorgeht, verdeutlichte abschließend eine Anekdote. Ein Regisseur hatte sich bitterlich beklagt und rechtliche Schritte angedroht, weil dem Munzinger-Archiv ein ungeheuerlicher Fehler unterlaufen war. Bei der digitalen Kategorisierung war aus dem Regisseur ein Popstar geworden. „Ich weiß es noch wie heute, statt 552 war 522 eingegeben“, erinnert sich Ernst Munzinger. Da ein entschuldigendes Telefonat den aufgebrachten Mann nicht besänftigen konnte, schickte ihm Munzinger eine Kiste mit zwölf Flaschen Bodenseewein. Damit war der Rechtsstreit beigelegt.

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