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| Heike Engelhardt

Gute Nachricht aus der Ravensburger Verwaltung: Die Stadt hat im vergangenen Monat bezüglich der Einwohnerzahl die 50.000er-Marke geknackt. Als Grund dafür wird neben einer steigenden Geburtenrate auch der Zuzug von monatlich rund 100 Personen genannt. Das sind zum einen Asylbewerberinnen und Asylbewerber. Zum anderen der verstärkte Zuzug von Fachkräften, die einen attraktiven Arbeitsplatz in den expandierenden Unternehmen der Stadt gefunden haben.

 

Über diese Zahl freut sich besonders Heike Engelhardt, Kreisvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen im Kreis Ravensburg: „Damit zählt die Schussenmetropole zu den knapp 25 Städten im Land, die eine Gleichstellungsbeauftragte für alle Bürgerinnen bestellen müssen.“ Heike Engelhardt verweist auf das seit 23. Februar geltende Chancengleichheitsgesetz, das unter großen Anstrengungen in den vergangenen fünf Jahren von der Landesregierung erneuert wurde. Nicht zuletzt das Engagement von Frauenvertreterinnen im Land hat dazu geführt, dass dieses Gesetz novelliert werden konnte. Unter anderem haben sich Bürgerinnen aus der Region an mehreren Briefaktionen an die politisch Verantwortlichen gewandt und mehr als 300 Schreiben nach Stuttgart geschickt. „Unsere Hartnäckigkeit hat sich gelohnt“, sieht die AsF-Vorsitzende ihren Einsatz belohnt.

 

Alle Behörden und Dienststellen im Land müssen Beauftragte für Chancengleichheit bestellen. Seit mehr als 20 Jahren bereits. Diesen Beauftragten obliegt es, darüber zu wachen, dass mehr gut qualifizierte Frauen in Führungspositionen beschäftigt werden. In den Städten mit mehr als 50000 Einwohnerinnen und Einwohnern wird der Geltungsbereich der Gleichstellungsbeauftragten jetzt ausgeweitet. Diese kommunalen Mitarbeiterinnen sind nun auch für die Bürgerinnen in den Städten und Landkreisen  zuständig. Denn der Gesetzgeber fordert, für Frauen und Männer Lebensbedingungen zu schaffen, die es ihnen ermöglichen, Beruf und Familie unter einen Hut bringen zu können. Mit der Neufassung des Gesetzes ist in dem Zusammenhang ausdrücklich auch die Pflege von Angehörigen erwähnt. Folglich gilt es, in den Kommunen Angebote bereitzustellen, die ihnen dies auch ermöglicht. Dazu gehören qualifizierte Kinderbetreuung ebenso wie Kurzzeit- und Tagespflege für Demenzkranke oder Beratungs- und Netzwerktreffen für Frauen, die sich weiterqualifizieren oder nach einer Kinderpause wieder in den Beruf einsteigen wollen.

 

Landrat Harald Sievers hat für seine Behörde bereits reagiert und die Frauenförderung zur Stabsstelle erkoren. Auf die Entwicklung im Ravensburger Rathaus sind die sozialdemokratischen Frauen gespannt. Mindestens eine halbe Stelle muss Oberbürgermeister Daniel Rapp ausweisen. Finanziert wird sie nicht ausschließlich aus dem städtischen Haushalt. Die Hälfte der Personalkosten übernimmt das Land.

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