Zum Inhalt springen
| Team we like Heike

Für die Bevorzugung von Frauen

Chancengleichheit für Frauen ist eines ihrer wichtigsten Anliegen. Und da liegt ihrer Meinung nach immer noch vieles im Argen. „Ich würde mich nicht gerade als militante Feministin bezeichnen, aber als zunehmend entschieden.“ Früher sei sie beispielsweise gegen feste Frauenquoten gewesen, aus der Überzeugung heraus, dass man als Frau nur gut sein müsse, um Karriere zu machen. Heute sehe sie das anders. „Die meisten Frauen wachen erst auf, wenn der berühmte Karriereknick kommt und nach der Familienpause Männer an ihnen vorbeiziehen, die nicht unbedingt besser sind.“

Ein Schritt in die richtige Richtung sei deshalb die Novellierung des Chancengleichheitsgesetzes, das Kommunen ab 50000 Einwohnern demnächst die Stelle eines Gleichstellungsbeauftragten vorschreibt. Zumindest auf Kreisebene wird es dann wieder eine hauptamtliche Kraft geben, die auf Gleichbehandlung von Männern und Frauen in Behörden pocht.

Gemeinschaftsschule soll Abitur anbieten

Bildungsgerechtigkeit ist das zweite Thema, auf das sich Heike Engelhardt, die ursprünglich auf Lehramt studiert hat und dann Journalistin und später Pressesprecherin wurde, im Wahlkampf konzentrieren will. Sie ist ein großer Fan der Gemeinschaftsschulen, die weiter ausgebaut werden sollen, wenn es nach ihr geht. „Hier in der Region hat die Einführung der Gemeinschaftsschule ermöglicht, Schulstandorte auf dem Land zu erhalten.“ Ihre Vision: dass Kinder an der Gemeinschaftsschule irgendwann auch Abitur machen können. „Letztendlich machen uns die Grundschulen vor, dass Gemeinschaftsschulen funktionieren können – für jedes Lernniveau.“

Besseres Gesundheitssystem

Gesundheitspolitisch hält sie nichts von Privatisierungen. „Gesundheitspolitik ist Daseinsvorsorge. Ich halte es für verwerflich, wenn damit Renditen erwirtschaftet werden sollen, das geht gar nicht.“ Vor etwa 15 Jahren habe die damalige schwarz-gelbe Landesregierung schon einmal versucht, die Zentren für Psychiatrie zu privatisieren und sei letztendlich am energischen Willen der Mitarbeiter und der Gewerkschaften gescheitert. Engelhardt ist aber nicht blauäugig, wenn es um das Gesundheitswesen geht. „Es muss zwar jeder Bürger in einem gewissen Umkreis ein Krankenhaus erreichen können. Das bedeutet aber nicht, dass jeder kleine Ort ein eigenes Krankenhaus braucht.“ Die Sozialdemokratin glaubt, „dass genug Geld im Gesundheitssystem steckt, es aber falsch verteilt wird“. Damit meint sie jedoch nicht die Mitarbeiter. Im Gegenteil: Aus hohem sozialen Ethos heraus hätten etwa die Pflegekräfte der Oberschwabenklinik jahrelang auf fünf Prozent ihres Gehalts verzichtet, um einen Sanierungsbeitrag für den finanziell angeschlagenen kommunalen Klinikverbund zu leisten.

Sollte sie in den Landtag gewählt werden, würde sich Engelhardt dafür einsetzen, dass Kindergartengebühren abgeschafft werden. Analog zur Schule für ältere Kinder sei der Kindergarten eine frühkindliche Bildungseinrichtung. „Und Bildung muss kostenfrei sein.“

Rücksicht auf Flüchtlinge nehmen

Obwohl eigentlich kein klassisches Landesthema, könnte die Flüchtlingsfrage einen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben. Heike Engelhardt hat dazu eine dezidierte Meinung. „Menschlichkeit hat keine Obergrenze“, hält sie nichts von Stimmen, die sich für eine Reduzierung der Flüchtlingszahlen einsetzen, auch innerhalb ihrer eigenen Partei. „Es ist die Aufgabe einer solidarischen Gesellschaft, unter Umständen Abstriche in Kauf zu nehmen. Auch, dass neben meinem schmucken Eigenheim ein Asylbewerberheim gebaut wird und man dann meinen Pool einsehen kann.“

Ihre eigenen Chancen, auf Anhieb in den Landtag zu ziehen, beurteilt Heike Engelhardt realistisch. Sie hat sich auch kein bestimmtes Ziel, etwa in Form einer Prozentzahl, die sie erreichen will, gesetzt. Sie hofft aber auf jeden Fall, dass die grün-rote Regierung ihre Arbeit fortsetzen kann und sie durch möglichst viele Stimmen dazu beiträgt. „Die Wahlbeteiligung wird ausschlaggebend sein“, meint sie. „Nicht wählen heißt radikal wählen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zur Werkzeugleiste springen