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| Heike Engelhardt

Chiara Schlichte, jugendliche Mitarbeiterin  hat mich für das Magazin SPIN des Teams Jugendarbeit Weingarten interviewt. Die Fragen habe ich natürlich gerne beantwortet.

 

Fragen zur Landtagswahl am 13. März

Was sind Ihre Ziele / Aspekte, die Sie angehen möchten?

Ich setze mich ein für Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Ich will gleiche Chancen für alle, in der Bildung, bei der Berufswahl, auf dem Wohnungsmarkt, für Frauen und Männer, Mädchen und Jungen, Alte und Junge, für Leute, die hier geboren sind oder die aus anderen Regionen zu uns kommen. Leute mit und ohne Handicap, egal welcher Hautfarbe, Religion oder sonstiger Überzeugung. Für Ärmere und Wohlhabendere.

Was würden Sie versuchen zu ändern, falls Sie gewählt werden?

Ich werde versuchen, im Parlament eine Mehrheit dafür zu bekommen, dass flächendeckend die Gemeinden im Land einen Aktionsplan zum Schutz des Weltklimas umsetzen. Die Folgen der Erderwärmung sind jetzt schon hautnah zu spüren: häufige Hitzeperioden, ausgedehnte Waldbrände, lang andauernder Sturzregen, Jahrhundert-Hochwasser, Versauerung der Meere und Wirbelstürme selbst mitten in Europa. In manchen Regionen unserer Erde geht es demnächst ums nackte Überleben. Daher ist über kurz oder lang neben Kriegs- und Armutsflüchtlingen auch mit Klimaflüchtlingen zu rechnen. Ich bin deshalb der Auffassung, dass wir nicht kommentarlos zuschauen dürfen. Die Städte und Gemeinden müssen alles in Ihrer Macht Stehende unternehmen, um die Erderwärmung dauerhaft unter zwei Grad zu halten. Sie müssen den schnellstmöglichen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern Öl, Gas, Kohle beschließen und – zum Beispiel gemeinsam mit ihren Partnerstädten in Europa und in Übersee eine international verbindliche Klimaschutzstrategie vereinbaren, wie sie von Wissenschaftlern längst entwickelt wurde.

Warum genau lassen sie sich aufstellen?

Weil mehr Frauen in der Politik an verantwortlicher Stelle ihre Meinung vertreten müssen. Ich bin überzeugt davon, dass die Gesellschaft gerechter wird, wenn Frauen und Männer gemeinsam die Politik gestalten.

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Ganz konkret? Im Jahr 2009 hat mich die SPD im Ravensburger Gemeinderat angesprochen, ob ich auf ihrer Liste kandidieren würde. Als parteilose Kandidatin habe ich dann aus dem Stand ein für mich sehr beachtliches Ergebnis im vierstelligen Bereich eingefahren. Das wollte ich 2014 verbessern. Ich habe wieder kandidiert und so viele Stimmen geholt, dass ich nun erste Nachrückerin für die SPD-Fraktion im Gemeinderat bin. In der Folge bin ich dann in die SPD eingetreten, wurde im Ortsverein zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Ich habe im Kreis Ravensburg die AsF, die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, wieder neu belebt und bin deren Kreisvorsitzende. Ich werbe immer dafür, dass Frauen sich auf Führungspositionen bewerben. Da war es dann die logische Konsequenz, dass ich mich um ein Landtagsmandat bewerbe. Als einzige Frau übrigens in der Region. Ich bin seit über 30 Jahren Gewerkschaftsmitglied und setze mich für die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. Deren Interessen unterstütze ich auch in den Tarifrunden. Ich bin also schon lange politisch tätig.

Fragen speziell für Jugendliche

Setzen Sie sich auch für einige Dinge der Jugend ein?

Die Jugend ist unsere Zukunft. Ich nehme die Anregungen und Wünsche Jugendlicher ernst und freue mich, wenn diese Altersgruppe auch selbst Verantwortung übernimmt. Sei es beispielsweise im Jugendgemeinderat, im Schülerrat, als Klassensprecherin oder Gruppensprecher. Ich freue mich, wenn sich Jugendliche für die Gemeinschaft stark machen, Zeichen setzen gegen Ausgrenzung oder Fremdenfeindlichkeit. Ich will, dass Jugendliche lernen können und so gefördert werden, wie es ihrer Begabung entspricht. Dazu gehört ein bezahlbares Bildungssystem, das diese Gerechtigkeit ermöglicht.

Jugendliche brauchen aber auch Plätze und Orte, wo sie einfach mal unter sich sein können, wo sie Spaß haben können, ob in Vereinen, auf dem Skaterplatz, im Jugendhaus, um nur einige zu nennen.

Wenn ja, welche?

Im Ravensburger Städtepartnerschaftsverein bin ich stellvertretende Vorsitzende. Mir ist besonders wichtig, dass Jugendliche vielfältige Gelegenheiten bekommen, andere Länder kennenzulernen, eine Zeit lang dort in Familien zu leben, die Kultur, den Alltag in anderen Regionen der Erde zu erleben. Wer seinen Horizont erweitert, wird dies als Bereicherung erfahren und wird neue Lösungsansätze in sein eigenes Gedankengut einfließen lassen. Wieder ein Stück zu einer friedlicheren, gerechteren Welt. Dass gerade Jugendliche vorurteilsfrei miteinander umgehen, hat sich unlängst bei der großen internationalen Jugendkonferenz in Ravensburg gezeigt. Jugendliche aus zwölf Ländern haben sich für ein friedliches und buntes Europa eingesetzt. Solche Begegnungen zu ermöglichen, sind mir wichtig. Als Politikerin werde ich mich dafür einsetzen, dass dies auch weiterhin finanziell unterstützt wird.

Was denken Sie über die derzeitige Lage der Jugendlichen (Interessen,Schule, Integration, …)

Schule muss den Boden bereiten und die entsprechenden Angebote unterbreiten, damit alle gute Bildungs- und Ausbildungschancen haben. Damit sie eine gute Arbeit finden, die ihnen ermöglicht, für sich zu sorgen. In der Schule geht es aber nicht bloß darum, Rechtschreiben, Mathe, Physik oder Geschichte zu lernen. Die Schule ist das Umfeld, wo Jugendliche lernen, aufeinander aufzupassen, aufeinander Rücksicht zu nehmen, miteinander zu lernen, miteinander Spaß zu haben. Dann ist die Sache mit der Integration schon gelungen.

Vom Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen, wie es konservative Stimmen im Land vertreten, halte ich nichts. Damit soll angeblich Sicherheit geschaffen werden. Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen. Ich mag kein Komasaufen. Ich mag keine betrunkenen Jugendlichen. Und ich mag keine betrunkenen Erwachsenen. Aber feiern mit Maß und Ziel muss erlaubt sein.

Insgesamt erlebe ich viele aufgeschlossene Jugendliche, die bereit sind, sich für ihre Sache einzusetzen. Ich sehe, dass Jugendliche sehr ernsthaft diskutieren und erwarte von Erwachsenen, dass sie dies ernst nehmen. Jugendliche sind unsere Zukunft. Wenn ich sehe, dass Jugendliche ein eigenes Magazin herausbringen und damit Gleichaltrige für Politik, also für das Gemeinwohl, für die Gesellschaft interessieren und begeistern wollen, dann ist mir um unsere Zukunft nicht bang!

Heike Engelhardt, 54

Landtagskandidatin der SPD

Mutter zweier erwachsener Töchter

Mehr? Googelt mal „we like Heike“ oder schaut in facebook auf meiner Politikerinseite vorbei.

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